Der Scherbenlauf gehört wohl zu den bekanntesten und zugleich missverstandenen Übungen im Mentaltraining. Kaum eine Intervention macht so sichtbar, wie stark innere Überzeugungen, Bilder und Emotionen das eigene Erleben und Handeln steuern.
Richtig eingesetzt ist der Scherbenlauf kein Mutbeweis und keine Mutprobe, sondern ein präzises mentales Lernfeld.
Beim Scherbenlauf gehen (oder springen) die Teilnehmenden barfuß über eine Strecke aus echten, scharfen Glasscherben. Für viele Menschen löst schon allein die Vorstellung daran starke Angst aus. Der Körper spannt sich an, innere Warnsysteme schlagen Alarm, Bilder von Schmerz oder Verletzung entstehen automatisch.
Genau hier setzt der mentale Trainingsaspekt an:
Nicht die Scherben im Außen sind das eigentliche Thema, sondern die innere Reaktion darauf.
Der Scherbenlauf konfrontiert den Menschen mit einer archaischen Angst und macht sie gleichzeitig steuerbar.
Angst entsteht im Kopf. Wirkung und Veränderung auch.
Aus neurobiologischer Sicht reagiert das Gehirn auf die Scherben wie auf eine reale Bedrohung. Das limbische System übernimmt, Stresshormone werden ausgeschüttet, der Fokus verengt sich. Rationales Denken tritt in den Hintergrund.
Im Mentaltraining lernen Teilnehmer, diesen Automatismus zu unterbrechen:
Wer innerlich ruhig, präsent und klar bleibt, verändert nicht nur die Wahrnehmung der Situation, sondern auch die körperliche Reaktion.
Der Scherbenlauf wird so zu einer direkten Erfahrung: Ich bin nicht Opfer meiner Angst! ich kann sie regulieren.

Viele mentale Übungen bleiben abstrakt. Der Scherbenlauf hingegen ist konkret, körperlich und unmittelbar erfahrbar. Das Gehirn lernt nicht durch Erklärungen, sondern durch Erleben.
Nach dem erfolgreichen Gehen über die Scherben entsteht häufig ein innerer Perspektivwechsel:
Diese Erkenntnis lässt sich auf andere Lebensbereiche übertragen: schwierige Gespräche, Entscheidungen, Auftritte, Konflikte oder persönliche Grenzen.
Der Scherbenlauf wirkt deshalb nicht symbolisch, er wirkt neuro-biologisch.
Der Scherbenlauf wirkt nicht „magisch“ und auch nicht symbolisch. Seine Wirkung lässt sich neurobiologisch sehr klar erklären. Genau das macht ihn im Mentaltraining so kraftvoll.
Schon die Vorstellung, barfuß über Glasscherben zu gehen, aktiviert im Gehirn das Bedrohungsnetzwerk:
Amygdala: bewertet die Situation als potenziell lebensgefährlich
Hypothalamus: aktiviert die Stressachse (HPA-Achse)
Ausschüttung von Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol
Folgen:
erhöhte Muskelspannung
beschleunigte Atmung
Tunnelblick
reduzierte Aktivität des präfrontalen Kortex (logisches Denken)
Aus neurobiologischer Sicht befindet sich der Mensch im Überlebensmodus.
Wichtig:
Die Angst entsteht nicht durch die Scherben selbst, sondern durch die antizipierte Verletzung.
Das Gehirn arbeitet prädiktiv:
Es greift auf gespeicherte Erfahrungen, Bilder und kulturelle Prägungen zurück
Es simuliert Schmerz, noch bevor etwas passiert
Neurobiologisch bedeutet das:
Das Nervensystem reagiert auf eine innere Simulation – nicht auf eine reale Verletzung.
Genau hier entsteht der Trainingsraum.
Im professionellen Mentaltraining wird der Scherbenlauf nicht mit Willenskraft oder Zwang durchgeführt. Stattdessen wird der innere Zustand gezielt reguliert:
bewusste Atmung → Aktivierung des parasympathischen Nervensystems
Fokussierung → Reduktion diffuser Angstsignale
innere Klarheit → Reaktivierung des präfrontalen Kortex
Die Folge:
Die Amygdala verliert an Dominanz
Stresshormone sinken
Feinmotorik und Körperwahrnehmung verbessern sich
Der Körper wird wieder steuerbar, obwohl die Situation objektiv herausfordernd bleibt.
Der entscheidende Effekt entsteht nach dem Gehen:
Das Gehirn erwartet Schmerz und Verletzung
Die Erfahrung widerspricht dieser Erwartung
Neurobiologisch passiert Folgendes:
Prediction Error (Vorhersagefehler)
Bestehende Angstnetzwerke werden abgeschwächt
Neue neuronale Verknüpfungen entstehen:
„Ich kann in Angst präsent und handlungsfähig bleiben.“
Dieses Lernen ist besonders stabil, weil:
es emotional aufgeladen ist
es körperlich erlebt wird
es nicht kognitiv „erklärt“, sondern erfahren wird
Das Gehirn speichert nicht „Scherbenlauf“, sondern ein Muster:
Bedrohung → innere Regulation → souveränes Handeln
Dieses Muster lässt sich unbewusst übertragen auf:
schwierige Gespräche
Führungsentscheidungen
Konfliktsituationen
Auftritts- oder Leistungsdruck
Neurobiologisch gesprochen:
Die Schwelle, ab der das Bedrohungssystem die Kontrolle übernimmt, verschiebt sich nach oben.
Der Scherbenlauf kombiniert drei entscheidende Faktoren wirksamen mentalen Trainings:
Hohe emotionale Aktivierung
Erfolgreiche Selbstregulation im Stress
Positive körperliche Erfahrung trotz Angst
Das ist genau die Kombination, die neuroplastische Veränderungen begünstigt.
Der Scherbenlauf wirkt, weil er dem Gehirn etwas Neues beibringt:
Angst ist ein Signal – kein Befehl
Innere Führung ist möglich, auch unter Stress
Kontrolle entsteht durch Zustand, nicht durch Härte
Und genau deshalb ist der Scherbenlauf kein Muttest, sondern ein präzises neurobiologisches Lernfeld für mentale Stärke.
Ein häufiger Irrtum ist die Annahme, man müsse sich „zusammenreißen“ oder „durchbeißen“. Genau das Gegenteil ist der Fall. Anspannung, Kampf oder Zwang erhöhen das Risiko und verstärken Angst.
Erfolgreiches Gehen über Scherben erfordert gleiche Elemente wie in der Führung von sich selbst und anderen:
Der Körper folgt dem inneren Zustand. Wer innerlich stabil ist, bewegt sich automatisch sicherer.
Der Scherbenlauf gehört ausschließlich in die Hände erfahrener Mentaltrainer. Vorbereitung, Anleitung, Sicherheitsaspekte und Nacharbeit sind entscheidend. Ohne professionellen Rahmen verfehlt die Übung ihre Wirkung oder wird zur reinen Mutprobe. Und genau das ist nicht ihr Zweck.
Daher ist es so gut, dass ich über 100 Stunden Ausbilung nur zum Master-Mentaltrainer genossen habe und diese wie alle anderen Mentaltrainings mit besonderer Sorgfalt und Verantwortung durchführe.
Denn richtig eingesetzt ist der Scherbenlauf ein bewusstes Trainingsinstrument zur Stärkung mentaler Souveränität.
Der Scherbenlauf ist ein Klassiker im Mentaltraining, weil er eine zentrale menschliche Erfahrung ermöglicht:
Angst muss nicht verschwinden, damit wir handeln können. Sie darf da sein. Und trotzdem verlieren wir nicht die Kontrolle.
Wer einmal erlebt hat, wie sich innere Klarheit stärker anfühlt als Angst, nimmt diese Erfahrung mit in den Alltag. Und genau darin liegt die eigentliche Kraft des Scherbenlaufs.
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Mentaltraining Chiemgau wurde von Andreas Kriwan und seiner Firma, der Succelerate GmbH, ins Leben gerufen, um Führungskräfte und Leistungsträger dabei zu unterstützen, ihr volles Potenzial unter Druck, in Veränderungssituationen und im beruflichen Alltag abrufbar zu machen.
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Vom Hauptschüler und gelernten Heizungsbauer
zum Masterabsolvent, Unternehmer und Trainer für Führungskräfte.
Trainer und Ausbildungen (Auszug) von Andreas Kriwan:

Mein Weg war vieles, geradlinig auf keinen Fall. Ja, ich war mal auf der Hauptschule. Und hab Heizungsbauer gelernt. Bis zu meinem zweiter Hochschul-Master-Abschluss (MBA) war ich auf insgesamt 27 verschiedenen Schulen und Universitäten und wurde unter anderem von Harvard- und MIT Professoren unterrichtet.
Ich hab natürlich viel gelernt. Aber: Am meisten lernen wir, wenn wir es anderen beibringen.
Mein erstes mal unterrichtet habe ich mich zwölf Jahren als Jugend-Trainer. Seitdem zieht es mich schon fast magisch in die Rolle als Trainer.
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